FIFA unter Druck: Infantino und die Schatten der Kritik

Die FIFA wehrt sich gegen wachsende Kritik an Präsident Gianni Infantino und spricht von einer möglichen Kampagne gegen den Verband.

FIFA unter Druck: Infantino und die Schatten der Kritik

August 9, 2026

Katharina Neumann

FIFA wehrt sich gegen wachsende Vorwürfe

In einer deutlichen Reaktion auf die zunehmende Kritik an ihrem Präsidenten Gianni Infantino hat die FIFA ein Statement veröffentlicht, das nicht nur die Vorwürfe zurückweist, sondern auch eine mögliche Kampagne gegen den Weltverband ins Spiel bringt. Laut FIFA gibt es „gezielte und anhaltende Bemühungen einiger Akteure“, die darauf abzielen, sowohl den Verband als auch seinen Präsidenten zu diskreditieren.

Die FIFA betont ihre demokratische Legitimation

In ihrer Mitteilung stellte die FIFA klar, dass Infantino „demokratisch gewählt“ wurde und sein Amt im Auftrag der Mitgliedsverbände ausübe. Diese Verteidigung kommt in einem Moment, in dem der Weltverband mit einer Vielzahl von kritischen Berichten konfrontiert ist. Die FIFA fordert daher eine differenzierte Betrachtung der aktuellen Berichterstattung und warnt davor, unbegründete Spekulationen als Tatsachen darzustellen.

Ein zentraler Punkt der jüngsten Kritik sind die Pläne zur Gründung eines neuen Tochterunternehmens namens FIFA Forward Enterprise (FFE). Geplant war, 20 Prozent der Anteile dieses Unternehmens zu verkaufen, dessen Wert auf 20 Milliarden Dollar geschätzt wird. Diese Pläne wurden jedoch schnell wieder zurückgezogen, nachdem sie auf breite Ablehnung gestoßen waren. Kritiker forderten sogar den Rücktritt von Infantino.

Fragen um persönliche Beziehungen

Zusätzlich zu den finanziellen Aspekten wird auch ein Vorfall aus Infantinos Zeit als UEFA-Generalsekretär (2009-2016) beleuchtet. Eine enge Mitarbeiterin erhielt nach ihrem Ausscheiden eine hohe Abfindung sowie finanzielle Unterstützung für ein MBA-Studium – was Fragen über mögliche Interessenkonflikte aufwirft. Die FIFA hat sich jedoch hinter ihren Präsidenten gestellt und betont, dass Infantino mehr als 30 Jahre seines Lebens dem Fußball gewidmet hat.

Trotz dieser Unterstützung sieht sich Infantino jedoch politischen Herausforderungen gegenüber. Während einige Verbände wie CAF in Afrika seine Wiederwahl unterstützen, gibt es in Europa erhebliche Widerstände. Die UEFA hat zuletzt mit Boykottdrohungen reagiert und auch Concacaf zeigt sich überwiegend ablehnend gegenüber seiner Präsidentschaft.

Zukunft des Weltverbands ungewiss

Infantinos Wiederwahl im kommenden März steht somit auf der Kippe. Um erneut gewählt zu werden, benötigt er im ersten Wahlgang eine Zwei-Drittel-Mehrheit der 211 Mitgliedsverbände – eine Herausforderung angesichts des aktuellen Widerstands. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, ob er seine Position behaupten kann oder ob neue Führungsstrukturen innerhalb des Weltverbands notwendig werden.

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