Streit unter Republikanern: Trump und Cassidy im Wortgefecht über Iran-Politik

Ein lautstarker Streit zwischen Donald Trump und Senator Bill Cassidy offenbart tiefere Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei über die US-Außenpolitik gegenüber dem Iran.

Streit unter Republikanern: Trump und Cassidy im Wortgefecht über Iran-Politik

Juni 25, 2026

Katharina Neumann

Konflikt im Senat: Trump konfrontiert Rebellen

Ein hitziger Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und Senator Bill Cassidy beleuchtet die Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei.

In einem geschlossenen Treffen, das am Mittwoch stattfand, kam es zu einem offenen Konflikt zwischen dem Präsidenten und mehreren republikanischen Senatoren. Der Anlass war die Abstimmung über eine Resolution zu den Kriegsbefugnissen im Iran, bei der Cassidy und drei weitere Senatoren gegen Trumps Linie stimmten. Diese Entscheidung führte zu einem lautstarken Austausch, in dem Cassidy als „Verrückter“ bezeichnet wurde.

Der Streit entzündete sich an der Frage des militärischen Engagements der USA im Iran.

Trump hatte bereits vor dem Treffen seine Unzufriedenheit über die vier Senatoren geäußert, die sich bei der Abstimmung mit den Demokraten solidarisiert hatten. In sozialen Medien nannte er sie „Verlierer“, was die Spannungen weiter anheizte. Während das Repräsentantenhaus bereits eine Resolution verabschiedet hatte, die gegen ein weiteres militärisches Eingreifen ohne parlamentarisches Mandat gerichtet ist, wollte Trump in diesem Treffen auch seinen Gesetzentwurf zur Nachweisführung der Staatsbürgerschaft bei Wahlen vorantreiben.

Senator Cassidy stellte sich vehement gegen den Präsidenten.

Nach dem Treffen berichtete Cassidy von seiner Verteidigung des eigenen Votums. Er erklärte: „Ich habe gesagt: ‚Sie haben dem amerikanischen Volk nicht gesagt, was vor sich geht.'“ Dies führte zu einer Eskalation des Streits, in dessen Verlauf Trump laut Cassidy mehrfach versuchte, ihn zum Schweigen zu bringen. Trotz dieser Einschüchterungsversuche blieb Cassidy standhaft und weigerte sich, seine Position aufzugeben.

Trump zeigte sich während des Treffens äußerst emotional.

Laut Senator John Kennedy war Trump „wütend wie eine Hornisse“, da er befürchtete, dass die Abstimmung seine Verhandlungen mit dem Iran gefährden könnte. Die Situation eskalierte so weit, dass Trump Cassidy wiederholt aufforderte, Platz zu nehmen und ihn beleidigte. Dennoch betonte Cassidy nach dem Vorfall: „Ich werde mich nicht einschüchtern lassen.“

Trotz der hitzigen Debatte sprach Trump später von einem „wirklich großartigen Treffen“.

Er räumte jedoch ein, dass es Differenzen gab und sagte: „Wir mögen alle im Raum; ein paar Leute mag ich nicht.“ Diese Bemerkung könnte auf Cassidys bevorstehende Abwahl hinweisen – Trump hatte dessen Konkurrenten bei den Vorwahlen unterstützt. Die Auseinandersetzung verdeutlicht nicht nur persönliche Konflikte innerhalb der Partei, sondern auch tiefere ideologische Gräben bezüglich der Außenpolitik gegenüber dem Iran.

Schreibe einen Kommentar