Ein Aufruf zur Einheit und Stärke
Am 24. August 2023 feierte die Ukraine ihren 35. Unabhängigkeitstag, doch der Anlass war von den anhaltenden Kämpfen gegen Russland überschattet. In einer eindringlichen Ansprache an die Nation stellte Präsident Wolodymyr Selenskyj klar, dass die Ukraine nicht als Opfer, sondern als entschlossener Kämpfer auftritt. Diese Botschaft kam in einem 20-minütigen Video, das während des nationalen Feiertags ausgestrahlt wurde.
„Wir sind kein Opfer“
Selenskyj betonte, dass Russland durch die vereinte Kraft der internationalen Gemeinschaft in die Knie gezwungen werden müsse. Er erklärte, dass die Ukraine bereits zahlreiche Herausforderungen gemeistert habe, die zunächst unüberwindbar schienen. „Die Ukraine wird das schaffen“, versicherte er seinen Landsleuten nach mehr als 1640 Tagen Krieg.
Putins Fehleinschätzung
In seiner Rede kritisierte Selenskyj auch Wladimir Putin direkt und stellte fest, dass der russische Präsident sich in seinen Annahmen über den Verlauf des Krieges geirrt habe. „Unsere Hartnäckigkeit ist für sie eine Nummer zu groß“, sagte er und wies darauf hin, dass Putins Ambitionen auf eine Rückkehr zu einem großen Russland gescheitert seien – symbolisiert durch lange Schlangen an Tankstellen im Land.
Kampf um Donezk bleibt zentral
Trotz der schwierigen Lage räumte Selenskyj ein, dass es für alle Beteiligten „sehr schwer“ sei. Dennoch wies er Forderungen zurück, das umkämpfte Gebiet Donezk aufzugeben: „Niemand glaubt, dass damit der Krieg beendet wäre.“ Die Ukraine sei längst ein anderer Staat geworden und werde nichts verschenken.
Technologische Fortschritte im Krieg
Der ukrainische Präsident hob zudem hervor, wie sehr sich die Rüstungsindustrie des Landes entwickelt hat: „Heute ist unsere Rüstungsindustrie ein Gigant.“ Täglich würden Ziele im russischen Hinterland angegriffen – von Schiffsangriffen bis hin zu Zerstörungen von Logistikzentren und Ölraffinerien.
Ein Appell an China
Einen besonderen Fokus legte Selenskyj auf China und forderte dessen Führung auf, sich klar gegen Putins Aggression zu positionieren: „China darf nicht länger schweigen.“ Er appellierte an Peking, seine Rolle als globale Führungsmacht ernst zu nehmen und deutlich zu machen, dass Diktatoren nicht ungestraft mit ihren Bedrohungen agieren können.
Sanktionen gefordert
Zudem lobte Selenskyj die USA unter Donald Trump dafür, ihre Illusionen über Russland abgelegt zu haben. Er betonte die Notwendigkeit härterer Sanktionen gegen Moskau: „Es braucht endlich Sanktionen, unter denen sie aufheulen werden.“ Dies sei notwendig, um Putin zum Verhandlungstisch zu zwingen und den Frieden wiederherzustellen.


