Ein Hotel für Sauerteig: Kiels innovative Lösung für Hobbybäcker

In Kiel eröffnet ein Bäcker Deutschlands erstes "Sauerteighotel", um Hobbybäckern während ihres Urlaubs eine professionelle Betreuung ihrer Teige anzubieten.

Ein Hotel für Sauerteig: Kiels innovative Lösung für Hobbybäcker

Mai 22, 2026

Katharina Neumann

Die Idee hinter dem Sauerteighotel

In der norddeutschen Stadt Kiel hat ein kreativer Bäcker eine neuartige Dienstleistung ins Leben gerufen, die das Herz von Hobbybäckern höher schlagen lässt. David Schöne, der Inhaber einer kleinen, aber feinen Bäckerei, eröffnet am kommenden Samstag Deutschlands erstes „Sauerteighotel“. Diese originelle Einrichtung bietet eine Lösung für alle, die während ihres Urlaubs nicht auf ihren geliebten Sauerteig verzichten möchten.

Ein Problem mit Tradition

Wer regelmäßig Brot selbst backt, kennt das Dilemma: Was passiert mit dem Sauerteig während längerer Abwesenheit? Oftmals bleibt nur die Möglichkeit, den Teig zu entsorgen oder ihn in einem unzureichenden Zustand zurückzulassen. Schöne hat diese Herausforderung erkannt und beschlossen, einen Service anzubieten, der es ermöglicht, den Sauerteig während des Urlaubs professionell betreuen zu lassen.

Der Name „The Grand Dough“ mag zwar pompös klingen, doch in Wirklichkeit handelt es sich um ein einfaches Holzregal in seiner Backstube. Hier finden bis zu 15 Gläser Platz, in denen die verschiedenen Sauerteige unter optimalen Bedingungen gepflegt werden. Für eine Woche Betreuung müssen Kunden lediglich 20 Euro zahlen; jede weitere Woche kostet nur zehn Euro.

Sauerteige als lebendige Kulturen

„Wir haben festgestellt, dass viele unserer Kunden Schwierigkeiten haben, ihren Sauerteig nach längeren Urlauben wieder zum Leben zu erwecken“, erklärt Schöne. Mit seinem neuen Angebot möchte er sicherstellen, dass die Teige frisch und aktiv bleiben. Der Pflegeprozess ähnelt dem einer Tierpension: Regelmäßiges Füttern mit Mehl und Wasser sowie optimale Lagerbedingungen sind entscheidend für das Wohlbefinden des Teigs.

Sauerteige können über Jahrzehnte hinweg genutzt werden – einige Exemplare sind sogar 50 bis 60 Jahre alt. „Es wäre schade, wenn so ein wertvoller Teig durch einen langen Urlaub verkommt“, betont Schöne. Sein humorvoller Untertitel „Hotel Spa & Cultures“ zeigt zudem seine entspannte Herangehensweise an dieses innovative Konzept.

Kundenreaktionen und erste Buchungen

Aisha Dallmeyer ist eine der ersten Interessentinnen für diesen neuen Service. Die 34-Jährige besitzt sowohl einen Dinkel- als auch einen Weizen-Sauerteig und sieht in diesem Angebot eine praktische Lösung: „Ich wüsste nicht, wer meinen Teig sonst füttern würde.“ Schöne berichtet von bereits eingegangenen Anfragen und freut sich über das Interesse an seinem einzigartigen Hotelkonzept.

David Schöne eröffnete vor knapp zwei Jahren seine eigene Bäckerei und hat mittlerweile sogar einen zweiten Standort eröffnet. Sein Sortiment umfasst ausschließlich Brote aus Sauerteig – ganz ohne industrielle Hefe. An Spitzentagen backt er bis zu 600 Laibe Brot und bringt damit frischen Wind in die traditionelle Backkunst.

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