Neue Zeugenaussagen im Mordprozess um Fabian: Widersprüche und neue Hinweise

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian gibt es neue Zeugenaussagen von Kindern, die ihn zur mutmaßlichen Tatzeit lebend gesehen haben wollen.

Neue Zeugenaussagen im Mordprozess um Fabian: Widersprüche und neue Hinweise

September 3, 2026

Sebastian Krämer

Widersprüchliche Aussagen im Fall des kleinen Fabian

Im laufenden Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow haben neue Zeugenaussagen für Aufsehen gesorgt. Mehrere Kinder berichteten vor Gericht, den Jungen zur mutmaßlichen Tatzeit noch lebend in der Stadt gesehen zu haben. Diese Aussagen stehen im direkten Widerspruch zu den bisherigen Ermittlungen, die davon ausgehen, dass Fabian bereits tot war.

Die Verteidigung der Angeklagten beantragte die Befragung von drei Kindern, die als Zeugen auftraten. Ein Mitschüler Fabians erklärte in einer Videobefragung, dass er den Jungen am Nachmittag des 10. Oktober 2025 auf seinem Fahrrad getroffen habe. Dies geschah laut seiner Aussage gleich zweimal. Die Staatsanwaltschaft hingegen geht davon aus, dass Fabian zu diesem Zeitpunkt bereits ermordet worden war.

Vor Gericht steht die 30-jährige Gina H., die beschuldigt wird, Fabian aus seiner Wohnung gelockt und ihn anschließend an einem Teich bei Klein Upahl erstochen zu haben. Laut Anklage soll sie danach versucht haben, den Leichnam in Brand zu setzen. Das Motiv für diese grausame Tat könnte in einem angespannten Verhältnis zwischen der Angeklagten und Fabians Vater liegen.

Trotz der belastenden Vorwürfe bestreitet Gina H. jegliche Beteiligung an dem Verbrechen. Die neuen Zeugenaussagen könnten jedoch entscheidend sein für den Ausgang des Prozesses.

Die Kinder erinnerten sich an eine kurze Begegnung mit Fabian. Einer der Zeugen berichtete, dass er ihn in Pullover und Jogginghose gesehen habe und sie sich freundlich begrüßt hätten. Allerdings konnte er nicht sicher sagen, ob das Treffen tatsächlich am besagten Tag oder einen Tag zuvor stattfand.

Zudem sagte ein Nachbarmädchen aus, dass sie beobachtet habe, wie zwei schwarz gekleidete Männer Fabian am mutmaßlichen Tag verfolgt hätten. Sie sah ihn zwischen 14 und 15 Uhr direkt vor ihrer Haustür auf der anderen Straßenseite laufen. Laut ihrer Schilderung sei Fabian immer schneller gegangen und schließlich in eine Nebenstraße eingebogen.

Diese Beobachtungen werfen neue Fragen auf: Wer waren die Männer? Und was geschah wirklich mit dem Jungen? Die widersprüchlichen Aussagen über Fabians Kleidung – einmal wurde von einem Pullover gesprochen, ein anderes Mal von einer Jacke – verdeutlichen zudem die Unsicherheiten unter den Zeugen.

Die neuen Zeugenaussagen könnten entscheidend für den weiteren Verlauf des Prozesses sein. Sie zeigen nicht nur mögliche Ungereimtheiten in den bisherigen Ermittlungen auf, sondern könnten auch dazu beitragen, das Bild des Geschehens rund um Fabians Tod klarer zu zeichnen.

Anwälte beider Seiten werden nun genau analysieren müssen, wie diese neuen Informationen in das Gesamtbild passen und welche Auswirkungen sie auf das Urteil haben könnten.

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