Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Ursprung bleibt unklar

Ein tödlicher Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" führt zu intensiven Untersuchungen in Argentinien.

Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Ursprung bleibt unklar

Mai 10, 2026

Katharina Neumann

Untersuchungen nach tödlichem Hantavirus-Fall auf der „Hondius“

Ein mysteriöser Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ wirft Fragen auf, nachdem argentinische Gesundheitsbehörden den Ursprung der Infektionen in der Region Tierra del Fuego als äußerst unwahrscheinlich einstufen. Der Direktor für Epidemiologie im Gesundheitsministerium der Provinz, Juan Petrina, erklärte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung in Feuerland praktisch bei null liege.

Schicksalhafte Reise

Das niederländische Ehepaar, das tragischerweise an den Folgen des Virus starb, hatte am 29. März Ushuaia erreicht und sich am 1. April auf die Reise mit dem Kreuzfahrtschiff begeben. Bereits am 6. April zeigten sie erste Symptome einer Infektion. Die Inkubationszeit des Hantavirus beträgt jedoch mindestens zwei bis drei Wochen, was Zweifel an einer Ansteckung in Feuerland aufwirft.

Forschung unter Nagetieren

Um die Quelle des Virus zu ermitteln, haben Wissenschaftler des argentinischen Forschungsinstituts Malbrán damit begonnen, Nagetiere in der Umgebung von Ushuaia zu fangen und auf das Virus zu testen. Hantaviren werden typischerweise durch den Kontakt mit infizierten Nagerarten wie Ratten oder Mäusen übertragen.

Historie von Hantavirus-Infektionen

Bisher wurden in der Provinz Tierra del Fuego seit Beginn systematischer Erhebungen vor 30 Jahren keine Hantavirus-Infektionen registriert. In der benachbarten Provinz Santa Cruz gab es zuletzt vor sieben Jahren einen bestätigten Fall. Diese Fakten verstärken die Annahme, dass die Infektion nicht lokal erworben wurde.

WHO und weitere Fälle

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden insgesamt sechs bestätigte Fälle sowie zwei Verdachtsfälle dokumentiert. Von diesen acht Personen sind drei verstorben – ein besorgniserregender Trend, der die Aufmerksamkeit internationaler Gesundheitsbehörden erregt hat.

Die Vorfälle werfen auch Fragen zur Sicherheit von Kreuzfahrtreisen auf und verdeutlichen die Notwendigkeit für Reisende, sich über potenzielle Gesundheitsrisiken zu informieren. Die Behörden stehen nun unter Druck, schnellstmöglich Antworten zu finden und zukünftige Ausbrüche dieser Art zu verhindern.

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