Massive Einschränkungen im Hamburger Nahverkehr
Ein Warnstreik bei der Hochbahn sorgt am Mittwoch für erhebliche Verkehrsbehinderungen in Hamburg. Ab 3 Uhr nachts wird der Betrieb der U-Bahnen für 24 Stunden eingestellt, was insbesondere den Berufs- und Schülerverkehr stark beeinträchtigt. Anzeigetafeln in den U-Bahnhöfen informieren die Fahrgäste über die ausfallenden Bahnen, während die Hochbahn selbst auf alternative Verkehrsmittel hinweist.
Zusätzlich zu den U-Bahnen sind auch 35 Buslinien betroffen, die komplett ausfallen. Bei drei weiteren Linien ist mit einem eingeschränkten Betrieb zu rechnen. Die Hochbahn prüft zudem, ob ein stark reduziertes Grundangebot für einige Bus- und U-Bahn-Linien aufrechterhalten werden kann. Fahrgäste werden ermutigt, auf S-Bahnen oder Hadag-Fähren auszuweichen, da diese nicht vom Streik betroffen sind.
Trotz der massiven Einschränkungen müssen Hamburgs rund 270.000 Schülerinnen und Schüler zur Schule gehen. Die Schulbehörde hat klargestellt, dass die Präsenzpflicht weiterhin gilt. Eltern können ihre Kinder jedoch abmelden, wenn der Schulweg objektiv unzumutbar ist oder die Schule nicht erreichbar ist. Für Schüler an Sonderschulen gibt es ein separates Schulbussystem, das ebenfalls von den Streiks unberührt bleibt.Im Vergleich zum ersten Warnstreik zu Beginn des Monats ist die Vorwarnzeit diesmal deutlich kürzer ausgefallen. Während beim letzten Mal noch ein ganzes Wochenende zwischen Ankündigung und Streik lag, betrug die Frist dieses Mal nur etwa 15 Stunden. Dies hat viele Pendler unvorbereitet getroffen und führt zu zusätzlichem Stress im ohnehin angespannten Morgenverkehr.
Neben den Hochbahn-Mitarbeitern sind auch Beschäftigte der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) von dem Ausstand betroffen. Die betroffenen Betriebshöfe befinden sich in Bergedorf, Rahlstedt, Glinde sowie weiteren Stadtteilen und Landkreisen wie Lauenburg und Stormarn. Dies bedeutet zusätzliche Einschränkungen vor allem im Hamburger Osten.
Die Gewerkschaft Verdi fordert in den laufenden Tarifverhandlungen eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent sowie einen Mietkostenzuschuss für Auszubildende. Diese Forderungen zielen darauf ab, insbesondere die unteren Entgeltgruppen besser zu unterstützen. Bei den VHH-Mitarbeitern steht zudem ein neuer Manteltarifvertrag zur Diskussion.
Bereits am Dienstag kam es zu einem weiteren Warnstreik im Hamburger Nahverkehr, was bereits viele Fahrgäste vor Herausforderungen stellte. Damals fuhren zahlreiche Hochbahn-Busse nur eingeschränkt oder gar nicht; für wichtige Linien wurde ein Notbetrieb eingerichtet.


