Entführungsprozess um Block-Kinder: Verteidigung sieht Entlastung durch geheime Dokumente

Im Hamburger Prozess um die Entführung der Kinder von Christina Block stehen geheime Dokumente im Mittelpunkt, die potenziell entlastend wirken könnten.

Entführungsprozess um Block-Kinder: Verteidigung sieht Entlastung durch geheime Dokumente

August 25, 2026

Clara Vogt

Geheime Dokumente im Fokus des Prozesses

Im Hamburger Prozess, der sich mit der Entführung der Kinder von Christina Block beschäftigt, rücken nun Hunderte geheimer Dokumente in den Mittelpunkt. Diese Unterlagen könnten entscheidende Hinweise zur Entlastung der Unternehmerin und ihres Partners Gerhard Delling liefern. Die Verteidigung argumentiert, dass aus diesen Dokumenten nicht abzuleiten sei, dass Delling Kenntnis von den Plänen zur Entführung hatte.

Verteidiger betont Unschuld

David Rieks, der Anwalt von Gerhard Delling, äußerte sich zuversichtlich: „Nichts aus diesen Hunderten Dokumenten lässt auch nur im Ansatz den Schluss zu, dass mein Mandant in irgendeiner Weise in die geplante Aktion involviert war.“ Delling wird Beihilfe zur Entführung vorgeworfen und ist Lebensgefährte von Christina Block, die ebenfalls angeklagt ist.

Im Rahmen eines Selbstleseverfahrens wurden zahlreiche Unterlagen präsentiert, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Auch Ingo Bott, der Verteidiger von Christina Block, betonte die Unkenntnis seiner Mandantin über die Pläne der Täter: „Die Silvesteraktion trägt nicht die Handschrift von Frau Block. Hätte sie gewusst, was geplant war, hätte sie eingegriffen.“ Bott wies zudem auf fragwürdige Kalendereinträge des mutmaßlichen Anführers der Entführer hin. Diese Einträge sollen angebliche Treffen zwischen ihm und Block dokumentieren; Bott ist jedoch überzeugt davon, dass diese Termine nachträglich erfunden wurden.

Christina Blocks bevorstehende Aussage

In dieser Woche wird auch Christina Block selbst im Gerichtssaal zu Wort kommen. Ihre Aussage könnte neue Perspektiven in den Fall bringen und möglicherweise ihre Unschuld untermauern.

Der Fall hat eine komplexe Vorgeschichte. Bereits vor fünf Jahren begann ein intensiver Sorgerechtsstreit zwischen Christina Block und ihrem Ex-Ehemann Stephan Hensel. Dieser hatte seine beiden Kinder nach einem Wochenendbesuch Ende August 2021 nicht wie vereinbart zurückgebracht. Der Streit eskalierte mit zahlreichen Vorwürfen auf beiden Seiten.

Anklage wegen Entführung

Christina Block wird beschuldigt, eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, ihre Kinder während der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“ beteuert vehement ihre Unschuld. In dem Verfahren sind insgesamt sieben Personen angeklagt; lediglich ein 37-jähriger Israeli hat die Vorwürfe eingeräumt.

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