Abriss eines Windrads in Sachsen: Ein einmaliger Fall und seine Folgen

In Oberwiera wird ein neu errichtetes Windrad nach nur zweieinhalb Jahren wegen massiver Lärmbeschwerden abgerissen – ein einmaliger Fall in Deutschland.

Abriss eines Windrads in Sachsen: Ein einmaliger Fall und seine Folgen

Juli 28, 2026

Katharina Neumann

Ein Windrad wird zum Problemfall

In Oberwiera, einem kleinen Ort im Landkreis Zwickau, sorgt der Abriss eines Windrads für Aufsehen. Nach nur zweieinhalb Jahren Betrieb wird die einst als höchste Windkraftanlage Sachsens gefeierte Anlage aufgrund massiver Anwohnerbeschwerden abgebaut. Die Beschwerden drehten sich vor allem um einen permanenten Brummton, den die Anwohner als äußerst störend empfanden und mit den Geräuschen von Flugzeugen verglichen.

Hohe Investitionen und enttäuschte Erwartungen

Die Windkraftanlage, die Ende 2023 in Betrieb genommen wurde, kostete rund zehn Millionen Euro. Trotz dieser hohen Investition konnte das Projekt nicht überzeugen. Der Betreiber versuchte zunächst, das Problem durch einen Getriebewechsel zu beheben, doch dies brachte keine Verbesserung der Situation. Infolgedessen wurde eine Vereinbarung mit dem Hersteller Vestas getroffen, um die Anlage zurückzubauen.

Der Fall in Oberwiera ist nach Angaben des Branchenverbands BWE bisher einzigartig in Deutschland. Es sind keine vergleichbaren Fälle bekannt, in denen ein Windrad aufgrund von Lärmbeschwerden vollständig abgerissen wurde. Dennoch gibt es Berichte über ähnliche Probleme an anderen Standorten, wie beispielsweise in Uhingen in Baden-Württemberg.

Windenergie im Fokus der Öffentlichkeit

Trotz der fast 30.000 betriebenen Windräder in Deutschland sind Beschwerden über störende Geräusche laut BWE eher selten. Der ehrenamtliche Bürgermeister von Oberwiera, Holger Quellmalz (CDU), hat bereits Widerstand gegen mögliche neue Windkraftprojekte angekündigt und betont: „Ich möchte kein Windrad mehr in Oberwiera.“ Diese Äußerungen spiegeln die wachsenden Bedenken vieler Bürger wider.

<pWährenddessen ereigneten sich auch im Offshore-Bereich Vorfälle mit Windkraftanlagen: Ein Flügel eines Windrads brach kürzlich im Offshore-Windpark „He Dreiht“ ab und stellte eine Gefahr für die Schifffahrt dar. Das 20 Meter lange Rotorblatt trieb unter Wasser und war somit schwer erkennbar. Die Bundespolizei musste eingreifen und den Schiffsverkehr umleiten, während das beschädigte Teil geborgen wurde.Zukunft der Windenergie?

Der Offshore-Windpark „He Dreiht“, der voraussichtlich ab Herbst 2026 mit 64 Anlagen betrieben werden soll, könnte rechnerisch bis zu 1,1 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Dennoch werfen diese Vorfälle Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit von Windkraftanlagen auf – sowohl an Land als auch auf See.

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