Aktion gegen klimaschädliche Fahrzeuge in Berlin
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sorgte eine Gruppe von Aktivisten in Berlin-Charlottenburg für Aufsehen, als sie bei rund 20 SUVs die Luft aus den Reifen abließen. Diese Aktion wurde von dem sogenannten „Widerstands-Kollektiv“ durchgeführt, das sich als Nachfolgeorganisation der früheren „Letzte Generation“ versteht. Die Aktivisten hinterließen an den Fahrzeugen Flyer mit der Aufschrift „Stillgelegt“, die ihre Beweggründe erläuterten.
Kritik an unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen
Die Gruppe begründete ihr Handeln mit den extremen Hitzewellen der vergangenen Wochen und kritisierte die Politik für unzureichende Maßnahmen im Klimaschutz. In ihren Mitteilungen bezeichneten sie SUVs als besonders umweltschädlich und forderten ein Umdenken in der Verkehrspolitik. „Wir haben uns entschieden, selbst aktiv zu werden, da wir glauben, dass die Politik nicht genug tut“, erklärte ein Sprecher des Kollektivs.
Ein provokantes Manifest
Auf den Flyern fanden Autofahrer provokante Botschaften wie: „Diese Karre ist zu fett! Wir haben bei einem oder mehreren Ihrer Reifen die Luft abgelassen.“ Die Aktivisten appellierten an das Verantwortungsbewusstsein der Fahrzeughalter und betonten, dass es nicht persönlich gemeint sei. Sie forderten dazu auf, alternative Fortbewegungsmittel wie Fahrräder oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Folgen für betroffene Autofahrer
Die Aktion hat nicht nur symbolischen Charakter; sie bringt auch praktische Konsequenzen mit sich. Betroffene Autofahrer müssen möglicherweise Pannendienste rufen oder sich mit Abschleppmaßnahmen auseinandersetzen, was zusätzliche Kosten verursacht. Die Polizei bestätigte bereits mehrere Meldungen über ähnliche Vorfälle und ermittelt wegen Sachbeschädigung.
Eine wiederkehrende Problematik
Dies ist nicht das erste Mal, dass das „Widerstands-Kollektiv“ durch solche Aktionen auf sich aufmerksam macht. Bereits im Juli 2026 wurden am Kaiserdamm in Charlottenburg etwa 40 Fahrzeuge auf dieselbe Weise stillgelegt. Auch damals waren vor allem SUVs betroffen. Die Gruppe sieht ihre Aktionen als notwendigen Schritt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die negativen Auswirkungen großer Fahrzeuge in städtischen Gebieten.
Mit ihrer jüngsten Aktion möchte das Kollektiv einen Diskurs über nachhaltige Mobilität anstoßen und zeigt damit deutlich, dass sie bereit sind, radikale Maßnahmen zu ergreifen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Ob diese Taktiken langfristig Wirkung zeigen werden oder ob sie lediglich Widerstand hervorrufen, bleibt abzuwarten.


