Gianni Infantino: Der Aufstieg eines Fußball-Autokraten

Gianni Infantinos beeindruckender Aufstieg vom Sohn italienischer Einwanderer zum Präsidenten der Fifa ist geprägt von Herausforderungen sowie Kontroversen in seiner Amtsführung.

Gianni Infantino: Der Aufstieg eines Fußball-Autokraten

Mai 30, 2026

Sebastian Krämer

Vom Arbeiterkind zum Fifa-Präsidenten

Gianni Infantino, der aktuelle Präsident des Weltfußballverbands Fifa, hat eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Geboren als Sohn italienischer Einwanderer in der Schweiz, erlebte er eine Kindheit voller Herausforderungen und Diskriminierung. Doch diese Erfahrungen prägten ihn und führten ihn auf den Weg zur Macht im internationalen Fußball.

Ein dramatischer Start ins Leben

Infantinos Leben begann mit einem medizinischen Notfall: Nach seiner Geburt benötigte er dringend eine Bluttransfusion. Dank schneller Hilfe überlebte das Neugeborene und wuchs in einer Familie auf, die hart arbeitete, um ihm eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Seine Leidenschaft für den Fußball entwickelte sich früh, als er die Seiten der „Gazzetta dello Sport“ verschlang und dem lokalen Verein FC Brig-Glis beitrat.

Seine Karriere nahm Fahrt auf, als er 2000 beim europäischen Fußballverband Uefa anfing. Unter Michel Platini stieg er schnell auf und wurde schließlich Generalsekretär. Als die Korruption innerhalb der Fifa ans Licht kam und sein Vorgänger Joseph Blatter aus dem Amt gedrängt wurde, war Infantino bereit, die Führung zu übernehmen.

Die Unterstützung der USA

Infantinos Wahl zum Fifa-Präsidenten im Jahr 2016 war nicht zuletzt das Ergebnis amerikanischer Unterstützung. Die Vergabe der WM 2022 an Katar hatte für viel Aufsehen gesorgt und führte zu Ermittlungen gegen die Fifa. Diese Umstände ebneten Infantino den Weg zur Präsidentschaft.

Trotz seines beeindruckenden Aufstiegs sieht sich Infantino auch scharfer Kritik gegenüber. Viele werfen ihm vor, sich von den Reichen und Mächtigen beeinflussen zu lassen und dabei die Werte des Fußballs zu verraten. Seine enge Beziehung zu Donald Trump wird oft als problematisch angesehen; gemeinsam haben sie eine WM organisiert, die viele Fans mit Skepsis betrachten.

Preise für Eintrittskarten steigen

Die Ticketpreise für kommende Weltmeisterschaften sind exorbitant gestiegen – ein Zeichen dafür, dass unter Infantinos Führung der Profit über das Wohl der Fans gestellt wird. Während einige Spiele noch Karten ab 690 Dollar anbieten, erreichen andere Preise bis zu 86.250 Dollar – unerschwinglich für viele leidenschaftliche Anhänger des Sports.

Infantino hat seit 2023 keine Pressekonferenzen mehr gegeben und zieht es vor, sich von Kritikern fernzuhalten. Dies könnte darauf hindeuten, dass er seine Machtposition festigen möchte ohne öffentliche Auseinandersetzungen oder negative Berichterstattung.

Zukunftsperspektiven

Trotz aller Kontroversen plant Infantino seine Wiederwahl im kommenden Jahr bis 2031 – ein Schritt, der möglicherweise gegen die Fifa-Statuten verstößt. Dennoch scheint es so, als würde sein Einfluss weiterhin wachsen.

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